Die Samurai-Games beim Heidelberger Spieleverlag

Oder auch nicht. Denn der Heidelberger Spieleverlag gehört zu und heißt seit Neuestem Asmodee, gründet aber auch gerade sein eigenes Entwickler-Studio namens HeidelBär! So ganz genau wussten wir also nicht, mit wem wir es zur Zeit „offiziell“ zu tun hatten, aber eines war klar: der Besuch beim Heidelberger Spielerverlag in Walldürn war – trotz fünf Stunden Autofahrt – ein Erlebnis der Extraklasse!

Nach dem Empfang durch Chefredakteur Heiko Eller-Bilz und Redakteur Roland Goslar – beides absolute Größen in der Brettspielwelt – wurde uns die gesamte Belegschaft des Hauptbüros vorgestellt. Von Grafikdesign, Illustration, Spielentwicklung und Marketing bis hin zu Buchhaltung und Logistik lernten wir so alle wichtigen Elemente des Spielverlagwesens im Schnelldurchlauf kennen. Stets führte der Weg dabei an großen Schränken und Regalen mit hunderten von Spielen vorbei. Es blieb uns rätselhaft, wie die Mitarbeiter der ständigen Versuchung widerstehen konnten und woher sie die eiserne Disziplin nehmen, um an Spielen zu arbeiten statt sie selbst zu spielen.

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Nach der abschließenden Tour durch die riesige Lagerhalle mit tausenden verschiedener Spiele trafen wir uns mit der Redaktion, um unser Spiel „31er“ und unseren Prototyp „Samurai-Wars“ vorzustellen.

Seitens des Heidelberger Spieleverlags war man beeindruckt von unserer ambitionierten Auflage, begeistert von den coolen Zeichnungen unserer 31er-Figuren und sowieso angetan davon, dass die Schüler im Alter von 12-17 Jahren schon ihre Gehversuche als Spieleautoren machen. Dennoch hagelte es auch ehrliche Kritik, vor allem an unserem Prototypen. Davor waren wir aber gewarnt worden, dass man uns nicht als Kinder, sondern als Spieleautoren behandeln wollte. Nachdem uns an vielen Stellen Probleme und Grenzen unseres Entwurfes aufgezeigt wurden, versorgte man uns aber auch mit zahlreichen Ideen, Verbesserungsvorschlägen und Tipps, in welche Richtungen wir denken sollten, um die Probleme zu lösen und das Spiel zu verbessern. Die Mitschrift davon allein ergab mehrere DIN-A4-Seiten.

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Danach wurde uns zudem die Ehre erwiesen, als erste Tester außerhalb des Spieleverlags einen nahezu fertigen Prototypen auszuprobieren. Seit zwei Jahren ist dieser Schritt für Schritt in der Mache und sorgte schon in der jetzigen Version für Begeisterung bei uns. Aber mal ehrlich: wer möchte sich nicht mit Kampfrobotern in Arenen bekämpfen und dabei versuchen, seinen Mitspielern immer einen Schritt oder Schuss voraus zu sein!

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Abschließend wurde noch ganz professionell über eine mögliche Zusammenarbeit gesprochen. Für uns waren die Bereiche Werbung und Hilfe beim Vertrieb wichtig, aber auch die Hoffnung, durch den HeidelBär an viele tolle Spiele zu kommen, um möglichst viel lernen zu können. Seitens des Verlags stellte man uns in Aussicht, dass wir eventuell Spieletester werden könnten, da wir einerseits mit unserer Kompetenz überzeugen konnten, zum anderen aber noch unverbrauchter und jünger seien als die Tester, die sich aus der Brettspielszene ergeben.

Genaueres konnte noch nicht beschlossen werden, da der Verlag zur Zeit mit seiner eigenen Um- und Aufstellung beschäftigt ist, aber das tolle Treffen und die sympathischen Menschen, die wir kennengelernt haben, lassen auf viel Gutes hoffen. Zumindest hat uns Chefredakteur Heiko Eller-Bilz schon zugesagt, dass er uns demnächst in der Schülerfirma besuchen kommt, um auch die anderen Schüler kennenzulernen und uns bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Zum Abschied gab er uns dann auch noch eine Kiste mit coolen Warhammer-Bronzefiguren für unsere nächsten Prototypen mit auf den Weg sowie einen ganzen Haufen HeidelBär-Shirts, mit dem wir vorübergehend schon mal unsere Schülerfirma ausstatten können, bis wir unsere eigenen Firmenshirts erhalten! Und, besonders wichtig, für den Lehrer gab es eine HeidelBär-Kaffeetasse!

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PS: Was diesen Verlag, die Menschen dort sowie die sympathische Brettspiellandsschaft an sich vielleicht am besten beschreibt, ist Folgendes: Statt uns um 14 Uhr wieder vor die Tür zu setzen, nahm man sich bis fast 18 Uhr insgesamt 7 Stunden Zeit für uns. Alle Mitarbeiter des Verlags haben uns gleich das Du angeboten und sich uns persönlich vorgestellt sowie verabschiedet. Und das Gespräch bezüglich Zusammenarbeit bei Werbung, Marketing und Pressearbeit „musste“ immer wieder nach hinten verschoben werden, weil beide Redakteure so Feuer und Flamme im Spiel mit und gegen die Schüler waren, dass man sie auf keinen Fall aus der Spielwelt holen wollte.