8. Treffen: Fleißig bei der Arbeit

Es gibt gute und schlechte Nachrichten. Die schlechte Nachricht: die Produktion unseres erstens Spiels verschiebt sich um ein bis zwei Monate. Eigentlich hatten wir gehofft, noch vor Weihnachten das erste Spiel veröffentlichen zu können. Aber da wir bei diesem auf einen externen Partner angewiesen sind und es bei diesem zu Verzögerungen kam, wird das leider erst im Frühjahr 2017 der Fall sein. Das ist wirklich schade, weil wir sonst schon mit den ersten Marketing- und Werbemaßnahmen hätten beginnen können. Auch so ist die Nachricht nicht gerade motivierend.

Die gute Nachricht: wir haben einen neuen Partner gewonnen. Die auf Marken- und Urheberrecht spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei GHI aus Mannheim unterstützt die Schülerfirma fortan mit professioneller Rechtsberatung, bei der Sicherung von Urheberrechten an unseren Spielentwürfen und bei Lizenzierungsfragen. Das ist eine tolle Sache. Zum einen sind wir damit rechtlich abgesichert, zum anderen wird hier wieder das echte Berufs- und Unternehmensleben erfahrbar für die Schüler. Und das viel besser und direkter, als man es als Lehrer vermitteln kann.

Inhaltlich geht es dann auch schnell zur Tagesordnung über. In vier Gruppen wird weiter an den verschiedenen Bereichen unseres zweiten Spiels gearbeitet: Illustrationen, Spielmechanik, Metapher, Balancing. Die Organisation und die Abläufe klappen immer besser. Die Schüler arbeiten effektiver und zielgerichteter. Es werden zwar weniger neue Spielideen generiert, dafür werden die vorhandenen Baustellen Stück für Stück abgearbeitet. Unser zweites Spiel nimmt langsam konkrete Formen an, wenn auch nur Rohformen. Aber die sind dann am Ende schnell überarbeitet, wenn der Prototyp erst einmal erstellt ist.

Das größte Problem bleiben die Grafiken. Gute Illustrationen sind wichtig, um das Kino im Kopf der Spieler anzuschalten. Oftmals können sie auch ein schlecht ausbalanciertes Spiel oder eine nicht unrunde Spielmechanik ausgleichen. Unsere Zeichner sind wirklich super, aber wir kommen nur schleppend voran. Von 16 Illustration sind derzeit nur 5 teilweise fertig. Die Schüler haben Klassenarbeiten, Klausuren, Referate und Prüfungen und sollen abseits der Schule ja auch noch Freizeit haben. Zudem erweist sich die Digitalisierung der Handzeichnungen nach wie vor schwierig. Wir haben uns vorsorglich von einem freiberuflichen Grafiker einen Kostenvoranschlag erstellen lassen, damit dieser unseren Entwürfen am Ende den letzten Schliff geben kann. Das würde einen mittleren dreistelligen Betrag kosten. Viel Geld für eine kleine Schülerfirma. Wenn wir noch wie geplant unsere Geschäftsausstattung erstellen wollen, haben wir am Ende einen fertigen Spielentwurf aber kein Geld für die Produktion, also den Druck. Das wird ein spannendes Thema für die Geschäftsführung und die Marketinggruppe. Denn ein Problemist nur solange eines, bis man es gelöst hat. Wird werden also kreative Lösungen entwickeln müssen. Aber das ist ja genau das, was man sich von Spieleautoren erwarten kann…