5. Treffen: Und alle so: „Yeah!“

Spannungsbögen sind wichtig! Nicht nur in Spielen, sondern auch bei einer Schülerfirma. Also wurden im Treffen vor der Herbstferien-Pause gute Nachrichten verkündet. Das Mannheimer Familienunternehmen Rechner Sensors und die Volksbank Sandhofen haben sich bereit erklärt, die Schülerfirma finanziell zu unterstützen! Und genau wie der Launch der eigenen Webseite ist die Verkündung von Sponsoren ein Schlüsselmoment für jede Schülerfirma. Warum? Weil abstrakte Vorstellungen, Fantasien und Träume plötzlich an Realität gewinnen. Die Idee, Spiele zu erfinden und zu vermarkten, klingt zunächst einmal toll. Doch insgeheim weiß jeder Schüler, dass es so einfach nicht sein kann, sonst hätten das andere ja schon längst getan. Wenn aber auf einmal echte Unternehmen erklären, dass sie an unsere Idee glauben, und sogar Geld in unsere Firma investieren, dann scheint vieles möglich!

Zum Beispiel, dass unsere Zeichnerinnen ihre handschriftlichen Logoentwürfe jetzt als digitale Vektorgrafiken anlegen können. Wir haben nämlich zusätzlich für ein Jahr zwei Zugänge zur Creative Cloud von Adobe erhalten, und damit zu tollen Programmen wie Photoshop, Illustrator, Indesign und vielen mehr. Und so fotografieren Nina und Karolina ihre Skizzen ab, zeichnen diese mit der Software nach und schauen sich Youtube-Tutorials an, um herauszufinden, wie sie ihr Werk mit Ebenen colorieren können. Auch Rafael und Taylan nutzen Youtube, für sie steht ein Zeichenkurs für Comic-Figuren an. Die werden wir für unser erstes Spiel brauchen, an dessen Setting und inhaltlicher Ausarbeitung Philip, Tim und Berke arbeiten, während sich alle anderen mit Attributen für ein Fußball-Quartett beschäftigen.

Trotz der Einteilung in Gruppen nimmt das Chaos aber schnell überhand. Alle sind etwas überdreht und geben sich schnell mit den erstbesten Einfällen zufrieden, die ihnen gerade in den Sinn kommen. Ein Spiel zu erfinden braucht zwar auch Kreativität, in Wirklichkeit aber umso mehr Handwerk. Und eine Schülerfirma zu betreiben, ist ein Lernprozess für beide Seiten. Schon bei der Schülerfirma-Werbeagentur „Die Zweitbesten“ hat sich gezeigt, dass das erste Jahr am besten als Lehrjahr genutzt wird. Logisch, wenn Schüler schon alles könnten, bräuchten sie ja auch keinen Lehrer. Also bedeutet das für den Lehrer, am Anfang viel Struktur vorzugeben und Schülern mit klaren und einfachen Arbeitsaufträgen die notwendigen Arbeitsprozesse zu vermitteln. Ergebnisse im Sinne von „tollen“ Ideen sind da vorerst zweitrangig. Ja, auch Kreativität muss gelernt werden und vor allem, wie man methodisch und strukturiert vorgeht.

Dass das wesentlich effektiver ist allen klar. Dass es nicht ganz so viel Spaß macht aber auch. Also beschließen wir noch ein gelegentliches zweites Treffen einzuführen. In diesem sollen dann ausschließlich neue Karten- und Brettspiele kennengelernt und gespielt werden. Das ist auch so eine gute Sache. Schließlich gibt es noch so viele Spielideen, Spielmechanismen und Spielewelten, die entdeckt, erforscht und erlebt werden müssen. Naja, und alle so: „Yeah!“